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Wilhelmshilfe - Samstag, 19. Mai 2012
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Porträt Dr. Alfred Schwab (1912 – 2002), Göppingen

„Nur wenn wir, statt für uns zu raffen,

gemeinsam echte Werte schaffen,

verwandeln wir die flüchtige Zeit,

in eine irdische Ewigkeit.
Dass dieser hohe Lebenssinn,

der Mensch sich in der Zeit bewahre,

so unser Wunsch in diesem Jahre.“

Diese Lebensmaxime, von Eugen Roth formuliert, möchte ich anlässlich seines 100. Geburtstages am 29.12.2012  auf Herrn Dr. Alfred Schwab übertragen. Nicht Ansprüche stellen, Ansprüche haben, einklagen oder erhalten, prägten sein berufliches und gesellschaftliches Wirken, sondern die heutzutage weithin belächelte Tugend des Dienens. Dienen im solcher Maßen verstandenen Sinn: sich für eine Sache einsetzen und mit allen gebotenen und zur Verfügung stehenden Mitteln um deren Willen kämpfen. 

Dr. Alfred Schwab wurde an einem Schalttag geboren, dem 29.02.1912, in Göppingen, als Sohn eines Bankdirektors. Nach der Reifeprüfung am Realgymnasium studierte er Rechtswissenschaften in Tübingen und München und wurde nach verschiedenen Ausbildungsstationen im Jahr 1941 Landgerichtsrat in Stuttgart. Noch vor dem 2. Weltkrieg, im Jahr 1938, heiratete er seine Frau Irmgard, Tochter des Fabrikanten Erwin Butz, Inhaber einer Buntweberei am Stadtbach Göppingen, einst gegenüber dem heutigen alten E-Werk gelegen. Noch heute erinnert die Villa Butz in dem sich die Einrichtung „Haus der Familie“ befindet, an das Elternhaus seiner Frau.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges war es neben dem Einsatz von Oberbürgermeister Eberhard und dem damaligen Dekan Otto Stahl,  insbesondere auch Alfred Schwab zu verdanken, dass der Verein Wilhelmshilfe wieder geboren und handlungsfähig wurde. In aufwendigen Verfahren und letztlich in einer Gerichtsentscheidung der Wiedergutmachungskammer in Ulm, wurde die Stadt Göppingen zur Wiedergutmachung verpflichtet und hatte dem Verein in der Uhlandstraße, heute Hohenstaufenstraße, am heutigen Sitz der Zentralen Verwaltung und des Pflegeheimes ein Grundstück und einen Barbetrag zu übertragen. 1953 konnte der Verein seine Arbeit wieder aufnehmen, änderte jedoch satzungsgemäß seine Aufgabenstellung von Jugendarbeit in Altenhilfe. Bereits 1957 übernahm Dr. Alfred Schwab in der Nachfolge von Dekan Otto Stahl den Vereinsvorsitz der Wilhelmshilfe und führte dieselbe als Vorsitzender und ehrenamtlicher geschäftsführender Vorstand bis ins Jahr 1988. Die Geschäftsführung des Vereines übergab er erstmalig 1986 an einen hauptamtlichen Geschäftsführer, d.h. an mich. In der Doppelfunktion als Bürgermeister der Stadt Göppingen bis 1974 und als ehrenamtlich tätiger Vorstand und gleichzeitig Geschäftsführer des Vereines Wilhelmshilfe entwickelte sich der Verein zu einem mittelständischen Dienstleistungsbetrieb mit 3 stationären Pflegeheimen, einer Sozialstation und einer Altenpflege-schule mit über 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Alfred Schwab entwickelte modellhafte Strukturen der Altenarbeit und begründete damit unser heutiges Dienstleistungsangebot mit 7 stationären Einrichtungen, 9 Wohnanlagen und weiteren Angeboten der Altenhilfe, sowie der Beschäftigung von über 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Er war nicht nur in der Stadt Göppingen, sondern in Baden-Württemberg und darüber hinaus anerkannter Fachmann für die sich wandelnden Anforderungen in der Altenhilfe. Die Energie und der Fleiß von Alfred Schwab muss als außerordentlich bezeichnet werden, während seiner Amtszeit als Bürgermeister stellte er seine ganze Schaffenskraft uneingeschränkt in den Dienst unseres Gemeinwesens.

An diesem hohen Lebenssinn, „gemeinsam echte Werte schaffen“, lässt sich der Lebensweg von Alfred Schwab messen und wir werden seiner weiterhin in Ehren gedenken.

Göppingen, 15.02.2012

Herbert Nill

Netzwerkpartner der Wilhelmshilfe

Wilhelmshilfe ist Mitglied im neuen Netzwerk für Bürgerschaftliches Engabement im Landkreis

Nachdem das Landesprojekt für Bürgerschaftliches Engagement -  (bela III: bürgerschaftliches Engagement für mehr Lebensqualität im Alter)-im Jahr 2011 nicht weitergeführt wurde, hat sich der Landkreis Göppingen entschlossen, ein eigenes Netzwerk für Bürgerschaftliches Engagement aufzubauen. Die Wilhelmshilfe ist mit drei Einrichtungen Mitglied im Netzwerk. Es sind die Einrichtungen in Bartenbach, der Hohenstaufenstraße und Süßen. Nachdem im ersten Jahr zum größten Teil organisatorischen Aufgaben wie der Erstellung einer Satzung, der Festschreibung der Beiträge, Kassen- und Kontoführung uvm. im Vordergrund standen, liegt für das Jahr 2012 jetzt ein Jahresprogramm vor. Ziel der Netzwerk-Arbeit ist es bürgerschaftliches Engagement weiter auszubauen, Engagierten einerseits ein Austauschforum zu bieten und andererseits fachliche Unterstützung durch Fortbildungsmaßnahmen anzubieten. Sich in Pflegeeinrichtungen freiwillig für die Verbesserung der Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner zu engagieren, bietet viele verschieden Möglichkeiten. Wir laden Sie ein, sich, Ihre Erfahrungen und Kompetenzen in unsere Einrichtungen einzubringen.